Zukunftsängste und was hilft den Mut nicht zu verlieren

Dieser Tage darf ich erleben, was aus meiner Tochter Sabrina und auch aus einer Weggefährtin von ihr geworden ist. Ein Mädchen, die ihre Kabinennachbarin (Knochenmark-Transplantations-Abteilung) im Kinderspital Zürich war und deren Leben auch einige Male am seidenen Faden hing, hat nun an den Special Olympics National Games in Bern teilgenommen. BRAVO! Ihre Mutter und ich haben hunderte von Stunden zusammen verbracht und gebangt um unsere Töchter und uns gegenseitig getragen durch diese schwere Zeit. Wir haben es fast nicht gewagt an die Zukunft zu denken. Was wird aus unseren Kindern? Werden sie selbständig sein? Wie werden sie die Schulzeit überstehen? Wie sehr werden wir als Mütter gefragt sein und wann dürfen wir loslassen?

 

Niemand konnte uns diese Fragen beantworten, nicht einmal die Ärzte. Wir mussten lernen selber mit unseren Ängsten zurechtzukommen, unsere eigenen Antworten zu finden und die grosse Unsicherheit auszuhalten! An manchen Tagen ist mir das gut gelungen, an manchen nicht gut. Ich fühlte mich immer so wie es Sabrina ging. Hatte sie einen guten glücklichen Tag, war auch ich hoffnungsvoll und wenn sie nicht mal mehr die Kraft zum Spielen hatte, ging es auch mir schlecht. Ja so war das. Bange Wochen lang.

 

Vielleicht bist du auch gerade in einer Phase

- in der du der Zukunft nicht traust

- in der viele Ängste dich fast lähmen

- in der Traurigkeit deinen Alltag bestimmt

- in der du so viele Fragen, aber leider keine Antworten hast

 

Mein Mann hat auch sehr mitgelitten, doch was er aus meiner Sicht besser gemacht hat ist folgendes:

Er hat Tag für Tag genommen wie er ist, hat nie gefragt was Morgen kommt oder Übermorgen oder in 10 Jahren. Er hat es geschafft im Hier und Jetzt zu leben. Das ist sowieso seine Lebensphilosophie, doch gerade in sehr schwierigen Zeiten hilft es, nicht zu weit nach vorne zu blicken. Man erledigt nur gerade das was Heute ist. Morgen ist ein anderer, neuer Tag. So ist der Berg nicht allzu hoch.

Und dann geschieht etwas: Man sieht die schönen Dinge wieder, hat plötzlich etwas Zeit gewonnen und kann diese auch geniessen. Gerade Kinder merken schnell ob man mit den Gedanken hier ist oder abschweift, wegschweift. Ist man im Hier und Jetzt, ganz bei ihnen, so schenken sie einem Glück und man sieht wieder das Lächeln, das einem so gut tut und das Herz erwärmt. Die Stimmung wird sofort freundlicher, fröhlicher und leichter.

Die Angst, was geschieht in der Zukunft ist nicht da, weil die Zukunft nicht heute stattfindet. Und Morgen können wir immer noch weiter sehen, organisieren und reagieren.

 

Ich habe abgekuckt bei meinem Mann und langsam gelernt so zu denken. Es entspannt wirklich! Ich freue mich so wenn auf meiner täglichen To-do-Liste nur ein einziges Wort steht. Dann seh ich nicht den Berg, sondern die freie Zeit rundherum und das Positive überwiegt. Morgen erst sehe ich mir dann die nächste Liste an, die für diesen Tag steht. So kann ich auch immer wieder Energie tanken an ruhigeren Tagen.

 

<Sich Sorgen zu machen heisst, die Wolken von morgen über die Sonne von heute zu ziehen>  (sprueche.de)

 

Und nun Anfang Juni war "Erntezeit".....

Sabrina ist nun 16 Jahre alt, hat die Schulzeit in ihrem Tempo und mit ihren Möglichkeiten gut absolviert, ist zu einer selbstbewussten jungen Frau gereift und hat das Ritual der Konfirmation empfangen.

Wir sind fast geplatzt vor Stolz als sie da vorne in der Kirche stand. Ich habe es sehr genossen, aber auch mit Demut zurückgedacht an den Weg den wir gegangen sind. Jeden einzelnen Tag.

 

Carpe diem. Geniesse den Tag. Und nur gerade der Tag, der IST. Versuche es einfach.

 

 

Schau gut zu dir. Bis nächste Woche.

Herzlichst

Maya

 

 

 

 

 

 

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Linda Wollman (Mittwoch, 01 Februar 2017 18:24)


    You really make it seem so easy with your presentation but I find this matter to be actually something which I think I would never understand. It seems too complicated and very broad for me. I am looking forward for your next post, I will try to get the hang of it!