Wie viele Arzt- und Schulberichte erträgt ein Mensch...?

Heute war wieder mal Zeit um endlich Ordnung in meinem Büro zu schaffen. Die viele Post türmte sich bereits Zentimeter hoch, Zwinker ;-)

Das Meiste waren Arzt- oder Schulberichte über meine Kinder. Über Alles und Jedes wird ein Bericht, ein Protokoll oder eine Bestätigung geschickt. Jeder Spital-Untersuch, jedes Schulgespräch und jede Versicherungsanfrage (ok, das macht Sinn!) generiert viiiiel Papier. Zum Glück gibt es Bundesordner....

Spass beiseite; wenn wir im Kinderspital Zürich einen Kontrolltermin, auf welcher Abteilung auch immer, haben, schleppt die arme Ärztin mindestens 2 Bundesordner pro Kind mit. Lustig wird es bei der Frage: "Wann war das nochmals?", dann geht die Suche los. Die Hälfte der Konsultationszeit verplämpern wir mit suchen, suchen, suchen....

 

Als ich diese vielen Berichte fein säuberlich im richtigen Raster chronologisch abgelegt hatte und unser Ordnergestell betrachtete gab es mir einen Stich ins Herz. Mein GOTT!! So viele Beurteilungen...die Krankengeschichte der Kinder...

 

Aber viel wichtiger ist doch die Gesundheitsgeschichte unserer Familie. Was alles möglich IST. Was sie können und nicht was sie nicht können. In fast all meinen erlebten Schulgesprächen fingen die Lehrer damit an was nicht gut ging, was alles noch verbessert werden könnte. Dabei konnte man den Kindern jeweils zusehen wie ihre Haltung sich in Richtung Kauerstellung veränderte. Mein Sohn zog sich regelmässig die Kappe ins Gesicht, bäh! Auch Tränen gab es, auch bei mir. Was ich in dieser Phase des Gesprächs denke ist immer dasselbe: Das wissen wir doch schon alles! Man weiss doch ganz genau was man nicht kann, mit was man jeden Tag in der Schule kämpft. Oder?

Dann verlange ich immer von den Lehrern auch das aufzuzählen was sie gut können. Plötzlich sitzen die Kinder wieder aufrecht da :-) und dann sind sie auch wieder fähig am Gespräch teilzunehmen. Sie erfahren sogar Dinge, die ihnen nicht aufgefallen sind. Nämlich was sie in den Schulstunden gut gemacht haben, bravo.

 

Wie schlimm sind wir auf Negatives konditioniert. Wieso streicht man im Diktat immer die Fehler an? Wieso kann man nicht schreiben: Bravo, Du hast 95 von 100 Wörtern richtig geschrieben. Das macht einen doch stolz. Aber nein, wir sehen nur die 5 falschen Wörter und sind traurig darüber...

 

Gestern sind schon wieder zwei Arztberichte gekommen. Ich lese sie schon gar nicht mehr richtig. Ich sehe mir die Kids an und sehe wie viel Normalität sie leben und bin glücklich darüber. Sie haben schon immer ihre eigenen Wege gefunden. BRAVO!

Mamistolz!

 

 

Schau gut zu dir.

Herzlichst

Maya

 

 

 

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