Hauptsache gesund...

"Bekommt ihr ein Mädchen oder einen Jungen?". "Wir lassen uns überraschen. Das Geschlecht spielt keine Rolle, Hauptsache das Kind ist gesund."

So viele Male wird diese Floskel benutzt ohne zu überlegen was es denn genau bedeutet. Auf die Frage: "Wie geht es dir?", antworten wir ja auch immer, "es geht mir gut!". Eben; ohne zu überlegen. Eine Floskel. Könnte denn das Gegenüber umgehen mit der Antwort:" Tja, ich bin in einer Krise und fühle mich beschissen..."? Das trauen wir (fast) niemandem zu.

 

Hauptsache gesund! Also, verstehe ich das richtig: Es ist das Wichtigste das ein Kind tadellos, fehlerfrei und perfekt ist? Ich glaube ja. Wie gerne wären wir in einer perfekten Welt. Wo die Sonne jeden Tag scheint, es nur nachts regnet und es keine Probleme gibt.

Doch die Wirklichkeit sieht anders aus. Für viele Eltern jedenfalls, die schon bei der Geburt oder einige Zeit danach eine Diagnose für ihr Kind erhalten. Eine Welt stürzt ein. Man hat auch gar keine Zeit um das richtig zu verarbeiten, denn der ganze Medizin-Zug setzt sich in Bewegung und man rennt von einen Termin zum nächsten. Man funktioniert.

 

So war das auch bei uns. Irgendwo zwischendurch habe ich dann angefangen zu begreifen was das bedeutet, wie schlimm das ist und ich dachte: "Oh mein Gott, wie sollen wir das alles bewältigen?" Einige Male hat man mir gesagt, dass nur Menschen schwere Schicksale bekommen, die genug stark dafür sind! Blödsinn, ich bin nicht stark, ich will das nicht, ich will eine perfekte Welt!

Heute würde ich aber diese Aussage bestätigen. Ja, wir sind stark und ja, wir haben uns eine Welt geschaffen, die für uns glücklich ist. Das war kein einfacher Weg, doch man wächst mit der Herausforderung. Jeden Tag ein bisschen mehr.

 

Das geht nicht spurlos an einem vorbei und ohne professionelle Hilfe von Fachpersonen ist es fast nicht zu bewältigen. Auch ich war bei einer Psychologin, aber erst als sich die Situation beruhigte. Erst dann brach ich zusammen. Die Gespräche halfen am Anfang und bald merkte ich, dass das nicht reicht. Auch über den Körper brauchte ich einen Ausgleich. Für mich und meine Seele. Massagen, Homöopathie und ruhige Oasen im Alltag taten mir gut und so ist es noch immer. Ich habe gelernt gut zu mir zu schauen. Gut für mich zu sorgen. Das hat mich unter anderem auch auf den Weg zur Ausbildung zum Coach gebracht.

 

Heute sind das auch immer noch Termine bei der Kosmetikerin, dem Coach, gute Gespräche bei feinem Essen oder immer wieder ruhige Tage oder Stunden, in denen es nur um mich geht. Doch wie man sich erholt und seine Batterien wieder auflädt ist ganz individuell. Mein Partner z.B. braucht den Sport dazu, andere vielleicht ihre Arbeit, die sie so lieben.

 

Wie erholst du dich? Wann planst du Zeit nur für dich ein? Wer oder was hilft dir dabei deine Batterien aufzuladen?

Denn: Hauptsache du bleibst gesund...



Schau gut zu dir.

Herzlichst

Maya

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